Ausverkauf der Republik

Ralfcologne am 23. August 2010 um 13:29

Worüber sind in der Vergangenheit Politiker nicht schon gestolpert? Von 15% Rabatt für die Frau Biedenkopf bei Ikea bis zu Schmiergeldzahlungen beim Bau von Müllöfen wie in Köln und anderswo. Wer auffiel, bekam eins auf die Finger, denn man wollte jeden Eindruck vermeiden, dass die Politik käuflich sei.

Heutzutage reißt das Großkapital die Fresse weit auf und die Politiker aller Parteien suchen in vorauseilendem Gehorsam das andere Ende des Schreienden, um hineinzukriechen. Von Rücktritt oder sonstigen moralischen Anflügen keine Spur!

Die Banken-Mafia schreit im Zuge der selbst verursachten Finanzkrise lauthals nach Hilfe und darf sich kurzerhand das Gesetz zur Vergoldung der eigenen Unfähigkeit selbst schreiben. Wen wundert’s, dass die Deutsche Bank wieder Milliardengewinne schreibt, während die Zeche über Generationen vom steuerzahlenden Rest der Bevölkerung gezahlt wird. Und wenn das notleidende bayerische Gastgewerbe kräht, gibt es natürlich sofort eine Mehrwertsteuersenkung.

Aber was die schwarz-üble Regierung und die Atom-Lobby aktuell veranstalten, ist wirklich eine völlig andere Liga.

Da wird zunächst der von der roten-grünen Vorvorgänger-Regierung beschlossene und 2002 auch im Bundesrat gebilligte ENTSCHÄDIGUNGSFREIE Atomausstieg in Frage gestellt. (Kleiner Exkurs für die, die es nicht wissen: Der Bundesrat war mal die zweite Säule unserer Legislative auf Bundesebene, bevor das von Anne Will übernommen wurde)

Schlimm genug, schließlich ist die Bevölkerung mehrheitlich für den Atomausstieg und selbst die „Die Welt“ konnte 2009 in einer Umfrage nur schlappe 29,7% für eine Laufzeitverlängerung auftreiben.

Wenigstens kam einer auf die Idee, eine Brennelementesteuer einzuführen und für eine „moderate“ Laufzeitverlängerung jährlich 2,3 Milliarden EUR zu kassieren. Um vom enormen Zusatzgewinn durch den Weiterbetrieb steuerlich längst abgeschriebener Kernkraftwerke wenigstens ein paar Brosamen abzubekommen, sollte es noch eine zweite Steuer in ähnlicher Höhe geben.

„Schweinerei“, schrie da prompt die Atomlobby. Wenn schon der Staat das Entsorgungsrisiko vollständig trägt, dann wollen die Energieunternehmen wenigstens die Gewinne vollständig tragen.

Dann boten die Kraftwerksbetreiber  30 Milliarden EUR für den Verzicht auf die Steuern an. Weil das nichts zu nützen schien, kam die furchterregende Drohung, zur Strafe alte Meiler stillzulegen. Coole Strategie! Die Experten rieben sich die Augen und die halbe Nation hat herzlich gelacht.

Im Nachsatz noch schnell eine Zeitungskampagne von 40 Kernkraftbefürwortern, darunter Gestalten wie Oliver Bierhoff, und schon ist die Steuer auf die Zusatzgewinne vom Tisch. An der Brennelementesteuer hält Frau Merkel noch fest: “Solange kein anderer Vorschlag auf dem Tisch ist, bleibt es bei der Steuer.” Vielleicht ist Vorschlag auch nur ein anderes Wort für Scheck?! Für 30 Milliarden sollte man die ganze Republik locker kaufen können.

Ich werde wohl eine Kleinanzeige mit dem Text „Einkommensteuer ist Scheiße und gefährdet mein Wohl!“ schalten und dem Finanzamt 500 EUR für die nächsten 15 Jahre anbieten. Damit sollte die lästige Steuererklärung wohl für alle Zeit vom Tisch sein.

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Liebste Hannelore

Prinzessin am 2. Juni 2010 um 21:17

Liebste Hannelore!

Jetzt reicht´s! Schluss mit politischen Ränkespielchen. Halbherzige Gespräche über Rot-Rot-Grün, nun Kuschelkurs mit der CDU und am Besten sind die geplanten Runden mit der von mir heißgeliebten FDP.

Darf ich daran erinnern, dass Sie es waren, die die CDU abwählen und frischen Wind in den Düsseldorfer Landtag bringen wollten? Politikwechsel… Und das soll nach 3 langen Tagen doch mit der CDU gehen? Warum haben Sie sich nicht früher unterhalten?!

Ich verstehe, dass eine Koalition mit „der Linken“ nicht ihr Traum war, aber dass Sie immer noch die SED-Vergangenheit dazu benutzen, Ängste zu schüren ist keinem mehr einleuchtend. Die Opfer des DDR-Regimes in Ehren, aber man muss doch bitte genau hinsehen, wen man da genau vor sich hat.

Unrecht bleibt Unrecht, aber EINSICHT und REUE müssen auch als Vergangenheitsbewältigung akzeptiert werden.

Wohin Angst vor den bösen Kommunisten und der Linken im Allgemeinen führen kann, konnte doch jeder von uns am Beispiel der Weimarer Republik lernen! Politik am Volk vorbei und falsche politische Taktik hat neben Schwächen im System ins Unglück geführt – im Übrigen auch die SPD…

Und wenn es um schwierige Biographien geht: auch nach 1945 sind Menschen in der Politik und hohen Ämtern (Richter…) gelandet, die der NSDAP ihre Dienste zur Verfügung gestellt haben. Das auch ohne Reue und Einsicht, sondern „nur“ durch perfekte Anpassung und Untertauchen in der Masse – zum zweiten Mal nach 1933. Praktischerweise gab es dafür dann auch ein Gesetz: Mitläufer konnten ja nichts dafür. Klar. §131 GG. Einzig ausgeschlossen wurde die Handvoll vom Nürnberger Gericht. Klingt für mich nicht, als hätte hier ein Aufräumen stattgefunden.

In der CDU fand man unter anderem Hans Filbinger (Ministerpräsident Baden Württemberg), bei dem der geschätzte Kollege Oettinger nach dessen Tod im Nachruf noch versucht hat, die Urteile gegen Widerständler als Widerstand zu deuten. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich laut lachen.

Somit sollte einer Koalition mit der CDU doch auch einiges im Weg stehen, oder Frau Kraft???!!!

Aber vor den bösen Kommunisten und Linken hatte man schon vor 1933 und auch noch nach 1945 furchtbare Angst. Für mich nicht nachvollziehbar. Es ist Zeit, sich auf die richtigen Entscheidungen für das viel beschworene Volk zu besinnen.

Quellen:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/592758/
(Nazi-Richter nach 1945; Verurteilungen von Kommunisten)

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Filbinger

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Pech für Gyros & Co.

Ralfcologne am 5. Mai 2010 um 18:13

Der Kölner „EXPRESS“ hat einen neuen Lieblingsfeind gefunden: Griechenland!

Mal fragt das Revolverblatt, ob wir denn in Zukunft die griechischen Luxus-Renten zahlen sollen? Dann wird uns ein böser Griechen-Milliardär präsentiert, der es auch nur auf unsere Staatsknete abgesehen hat.

Das Fachblatt mit den großen Lettern für kleine Hirne, hat es ja schon immer gewusst. Gyros, Zirtaki und der geschenkte Ouzo nach dem Essen beim Griechen nebenan? Alles nur Fassade, um die Gier nach deutscher Kohle zu tarnen.

135 Milliarden EUR brauchen die Griechen, um den Staatshaushalt über Wasser zu halten. 22,5 Milliarden EUR davon will Deutschland nun als Kredit geben, um den Finanzmarkt zu stabilisieren. Ende der Geschichte!

545,23 Milliarden EUR hat die Bundesregierung 2008 für die Rettung deutscher Banken bereitgestellt. 87 Milliarden hat alleine die Hypo Real Estate, das als Bank getarnte Fass ohne Boden, in Form von Beihilfen, Garantien und anderer Kohle von Vater Staat erhalten.

Hier sind Milliarden EUR geflossen, um fetten und geldgeilen Bankern die noch fetteren Gewinne zu retten. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, mein absoluter Liebling im deutschen Finanzsektor, brüstet sich in diesen Tagen mit dem größten Quartalsgewinn der Firmengeschichte und schämt sich nicht einmal zuzugeben, dass 98% davon aus dem Investment Banking, sprich der Zockerei mit unserem Geld resultieren.

Oder, dass sich die Deutsche Bank während der Finanzkrise zur Ankurbelung der Kreditvergabe Geld nahezu zinslos bei der Deutschen Bundesbank geliehen hat, um es anschließend zu marktüblichen Zinsen dem deutschen Staat zu leihen, der es dann zur Bankenrettung eingesetzt hat…

DAS ist der Skandal im Umgang mit unseren Steuergeldern, nicht der Versuch einen Not leidenden Staat zu stützen, um damit massive Turbulenzen für die gesamteuropäische Volkswirtschaft zu verhindern.

Ist aber wohl zu kompliziert für „EXPRESS“ und „BILD“ und lässt sich auch nicht in Drei-Wort-Sätze packen. Pech für die Griechen…

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Guido und das Baby

Ralfcologne am 15. April 2010 um 08:18

Darf ein Außenminister schwul sein? Klar, warum nicht? Die Qualifikation für ein Amt hängt schließlich nicht von der sexuellen Orientierung ab.

Darf ein Außenminister sagen, was er will? Na ja, theoretisch darf er alles sagen. In der Praxis spricht er aber nicht nur für sich selbst, sondern repräsentiert als Abgesandter seines Landes das ganze deutsche Volk. Daher sollte man sich als Außenminister stets genau überlegen, wann man was zu wem sagt.

Darf man als schwuler Außenminister in der Bravo öffentlich über seinen Kinderwunsch reden? Ein klares NEIN, schließlich ist die Bravo ein weitgehend hirnloses Teenie-Blättchen und außerdem, WER WILL DAS WISSEN?

Schon die Vorstellung ist gruselig! Nach 9 Monaten im dunklen Umstandsanzug bekommen Westerwelle oder Michael Mronz, sein smarter Freund mit dem Volksmusikgesicht ein Baby in einem gelb-blauen Strampler, dessen heftige Neugeborenenakne nahtlos in schlimme Pupertätspickel übergeht.

Der Kleine wird schon im Kindergartenalter immer wieder verprügelt, weil er die anderen Dreijährigen damit nervt, dass er ständig mehr Kekse für sich als Leistungsträger reklamiert.

Und welche Hypothek das arme Kind bei solchen Eltern als Erwachsener mit sich herumschleppt, vermag ich mir gar nicht auszumalen.

Wenn bei Frauen die biologische Uhr abgelaufen ist oder die Lebensumstände keine Kinder zulassen, empfiehlt man ihnen im Allgemeinen, sich einen anderen Lebensinhalt oder ein Hobby zu suchen.

Lieber Guido, versuch es doch in alter liberaler Tradition mit Fallschirmspringen. Das macht einen klaren Kopf und wenn nicht, hört oben keiner den Mist, den du verzapfst. Und falls der Fallschirm mal nicht aufgeht, kann man immer noch als Held in die Geschichte eingehen. Selbst schwul und mit Pickelfresse. Und besser fürs Kind wäre es eh.

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Sexuelle Gewalt gegen Kinder – Gedanken über die Wirkung von Worten

Prinzessin am 6. März 2010 um 14:12

Das Thema aktuell: Sexueller Missbrauch von Kindern. Ich stelle die Frage in den Raum, ob es sich bei dem Begriff „Missbrauch“ um das richtige Wort für ein Verbrechen an Kindern handelt, das Leben zerstören kann.

Worte schaffen Realität. Es handelt sich hierbei nicht um schnöden „Missbrauch“, also ein fälschliches Benutzen eines Gegenstandes oder Amtes, sondern es ist ein Verbrechen an Menschen die abhängig, unschuldig und ausgeliefert sind.

Es ist Gewalt in Form von Sexualität. Und es ist eben keine „abscheuliche Tat“, sondern ein schweres Verbrechen.

Da hilft auch verabscheuen nichts, wie es verschiedentlich aus der katholischen Kirche, der Presse allgemein und auch der Politik heißt.

„Ich habe kein Verständnis für diese Vorfälle, ja, ich verabscheue sie.“ (Pfarrer Siegmund Bulla)

„Ein weiterer Skandal um den sexuellen Missbrauch von Schülern in Deutschland bahnt sich an einer Reformschule im hessischen Odenwald an.“

„Vorfälle“ und „Skandal“?

Die Bedeutung von „Skandal“ als aufsehenerregendes Ärgernis wird dem Ausmaß nicht annähernd gerecht, wie die Opfer es verdient haben.

Heute spricht man von Amtsmissbrauch, Versicherungsmissbrauch und Waffenmissbrauch und im gleichen Atemzug eben von Kindesmissbrauch??!! Und viel zu oft von Taten anstelle von Verbrechen?

Was fühlen die Opfer solcher Gewaltverbrechen, die allzu oft jahrelang unter den Tätern gelitten haben wenn man mit der Sprache das zweite Verbrechen an ihnen begeht? Das dritte Verbrechen ist die Verjährungsfrist, die eher als Täterschutz zu bezeichnen ist. Hier werden wieder die Opfer eines Verbrechens bestraft – dafür, dass die Verbrechen an ihrem Körper und ihrer Psyche ein – aus rechtsstaatlicher Sicht – pünktliches Anzeigen des Täters verhindern.

Leider hat sich bei den wenigsten Menschen dieses Bewusstsein durchgesetzt. Niemand darf Verbrechen an Menschen bagatellisieren, indem man bewusst oder unbewusst herabstufende Worte benutzt.

Kinderschutzverbände bemühen sich schon lange um ein Umdenken – wir sollten sie dabei unterstützen.

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U-Bahn alaaf!

Ralfcologne am 16. Februar 2010 um 21:35

Als Kölner hat man es normalerweise nicht leicht: Der FC ist eben doch nur ein Karnevalsverein, die Platzierungen des KEC haben mehr von einer Achterbahn als die Black Mamba im Phantasialand und die Basketballer der Köln 99ers schafften es sogar innerhalb von 3 Jahren vom Deutschen Meister zur Insolvenz.

Und trotz Dom und einem Dutzend romanischer Kirchen ist göttlicher Beistand nicht in Sicht. Im Gegenteil, wer Kardinal Meisner in seinen Reihen weiß, würde selbst den Teufel als Erholung begrüßen.

Bekanntlich geht ja der Esel aufs Eis, wenn’s ihm zu wohl wird. Der Kölner Esel baut dann eine U-Bahn. Die Kosten explodieren zwar von 550 Millionen Euro auf weit über eine Milliarde und auch das historische Archiv der Stadt Köln ging dabei zu Bruch, zwei Menschen starben…

Was soll’s? Nur ein paar unvermeidbare Kollateralschäden auf dem Weg zu einer Zeitersparnis von stolzen 8 Minuten. Das Alles konnte sich die geduldige Kölsche Seele bisher noch schönreden. Aber jetzt hilft nicht mal mehr der Glaube an “Et hätt noch immer jod gegange”.

Stützwände, die nur 17 % der vorgeschriebenen Eisenmenge enthalten, weil der Rest an Hehler verkauft wurde, Betonwände, die 60 cm dünner sind, gefälschte Protokolle, mehr Grundwasserbrunnen als erlaubt und als Köpfe dieser kriminellen Vereinigung verarschen uns Stadtverwaltung und KVB-Oberen in einem fort.

“Keine Gefahr für den Rosenmontagszug, alles sicher bei Hochwasserständen bis 4,20 m!” und immer wieder gern genommen “Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung” heißt es unisono von den Verantwortlichen.

Wer glaubt den Mist denn noch? Entweder war alles gigantisch überdimensioniert, weil sich die Herren Bauunternehmer die Taschen vollgestopft und den Steuerzahler betrogen haben oder die Planung war realistisch und nun kann niemand mehr guten Gewissens die Nord-Süd-Bahn benutzen, weil die Statik akut gefährdet ist.

Aber wahrscheinlich gibt es 2012 zum Abschluss der Bauarbeiten ein schönes Fest, die Honoratioren halten die üblichen Reden, Bläck Fööss und Höhner treten auf und nach dem dritten Kölsch für 2,50 Euro ist alles wieder gut.

Schüttet den ganzen Mist wieder zu und stellt ein Schild auf: “Hier wurden durch Dummheit, kriminelle Energie und Ignoranz Milliarden versenkt. Vielen Dank für Ihre Steuergelder! Ihre Kölner Verkehrsbetriebe”

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