Stefan Herzberg, Du alter Schelm!

Schon seit Tagen gratuliert Karstadt per Radio der Bundesrepublik zum 60. Geburtstag und naiv, wie ich nun mal bin, dachte ich schon, dass Dir als Karstadt-Vorstandsvorsitzendem Deutschland tatsächlich am Herzen liegt.

Und dann höre ich heute Morgen, wiederum im Radio, dass Du Dich bei Vater Staat nur einschleimen willst. Von wegen Heimatliebe, Du willst nur das Eine: Kohle und zwar in rauen Mengen. 650 Millionen als Bürgschaft und 200 Millionen als Kredit von der KfW.

Immerhin geht es um den Standort Deutschland und wie hast Du es im Interview so schön ausgedrückt: Karstadt steht beispielhaft für die soziale Marktwirtschaft und an den 50.000 Arbeitsplätzen hängt das Schicksal von weiteren 100.000 Angehörigen.

Moment, ich muss mal kurz die Nase schnäuzen und meine Tränen abwischen…

Jetzt sei mal ehrlich, auch wenn’s schwer fällt! Das einzige Schicksal, dass Dich interessiert, ist Dein eigenes. Und wenn eben 850 Millionen Euro erforderlich sind, um Deinen Arsch zu retten, dann muss man auch mal beim Bundeswirtschaftsminister zu Kreuze kriechen.

Schließlich bist Du einer der Leistungsträger der Gesellschaft und wenn so einer in Not gerät, hat er alle Hilfe verdient. Und sooo ernst war das ja auch nicht gemeint, als Ihr Leistungsträger so vehement über „Eigenverantwortung stärken“ und das „Zuviel an sozialer Hängematte“ lamentiert habt.

Und wenn die Staatsknete erst mal geflossen ist, gibt’s wieder Business as usual. Gewinne privatisieren und Verluste verstaatlichen.

Dafür bekommst Du auf jeden Fall den Tortenarsch in der Kategorie Jammern nach dem Staat.

Und ich muss mal kurz meinen Freund Karl-Theodor zu Guttenberg anrufen. Ab dem 27. des Monats kann ich meine Rechnungen nicht mehr bezahlen und der Lohn für meine schwarzarbeitende Putzfrau ist auch akut  gefährdet. Ich brauche dringend Kohle vom Staat.

150 Millionen würden für’s Erste reichen. Man will ja nicht unverschämt sein…

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  1. Bea Gersbeck sagt:

    Lieber Ralf,

    endlich habe ich mal Zeit gefunden deine Kommentare zu lesen und: ich bin begeistert!!! Und das liegt nicht daran, dass Blut dicker als Wasser ist, im Gegenteil, bei mir nahestehenden Menschen bin ich viel kritischer als bei mir Unbekannten. ( Ich weiß noch wie ich mich manchmal früher persönlich geschämt habe wenn Robert Grieß, für meine Ohren, peinliche Witze machte…)
    Darum also in deinem Falle: Hut ab!!! Weiter so!!!
    Es wird zwar am Weltgeschehen nichts ändern, aber ich halte es dann mit dem schönen Motto \ Immer lustig und vergnügt, bis der (Torten-)Arsch im Grabe liegt.\
    Und stolz auf dich bin ich ja schon seit du mein großer Bruder bist!
    Liebe Grüße von
    deiner kleinen Schwester

    P.S.: Kann man eigentlich zu jeder Hochzeit einen neuen Junggesellinnenabschied feiern? Vielleicht komme ich dann auch mal mit meinen Freundinnen nach Köln…

  2. Nicole Meyer sagt:

    Liebe Bea!

    Man kann leider durchaus zu jeder Hochzeit einen neuen, höchst peinlichen Junggesellen/-innen Abschied feiern. Macht es in meinen Augen aber eher noch schlimmer – schließlich kann man(n) oder frau sich nicht mehr mit „ich war jung, betrunken und wusste nicht was ich tat“ rausreden.

    Also an alle, die unsere Stadt mit ihrer Anwesenheit belästigen: feiert zu Hause !!!! DANKE.

    Lieben Gruß,

    Nicole