Wahre Freundschaft – Teil 2

Posted: 2nd September 2009 by Ralfcologne in Tortenarsch
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Wir erinnern uns: Der werte Thomas Middelhoff hatte als Vorstandsvorsitzender Arcandor mit teilweise sehr zweifelhaften Geschäften in den Ruin getrieben (siehe Wahre Freundschaft) und damit seine Gönnerin, die Ex-Milliardärin Madeleine Schickedanz der Armut preisgegeben (1 Cent für Madeleine).

Sein Nachfolger Karl-Gerhard Eick war im März angetreten, um Spuren zu hinterlassen. „Du schaust deine Spur an und fühlst Freude und Genugtuung“, wie er im Interview mit der Financial Times Deutschland sagte.

Kaum wurde das Insolvenzverfahren über den Arcandor-Konzern eröffnet, trat Eick von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender zurück. Das war folgerichtig und zu erwarten, denn mit der Insolvenz lenkt der Insolvenzverwalter die Geschicke des Unternehmens.

Weniger folgerichtig, aber bei der ausufernden Gier der wirtschaftlichen Führungskaste eigentlich zu erwarten, war die Reaktion von Herrn Eick nach dem Rücktritt.

Denn auch wenn Herr Eick Arcandor nicht gerettet hat und auch sonst wenig zur Verbesserung der Situation des Unternehmens und seiner Mitarbeiter beigetragen hat, verlangt der Raffzahn trotzdem die vollständige Erfüllung seines Arbeitsvertrags und das bedeutet 15 Millionen Euro Abfindung.

Macht schlappe 2,5 Millionen Euro für jeden Monat seiner Tätigkeit. Alle Achtung, so hinterlässt man Spuren! Dass seine ehemaligen Mitarbeiter bei soviel Dreistigkeit Freude und Genugtuung fühlen, wage ich zu bezweifeln. Ich hätte als Mitarbeiter wohl mehr Freude dabei, ihn mit Knüppeln vom Hof zu jagen.

Da hilft es auch nicht, dass Eick nun nach der vernichtenden öffentlichen Reaktion immerhin ein Drittel des Geldes an seine Mitarbeiter spenden will. Das reicht nicht mal als nette Geste, sondern ist der zu späte und wenig glaubhafte Versuch, den eigenen Kopf aus der selbst geknüpften Schlinge zu ziehen.

„Er löst bei den Beschäftigten Würgereize aus“, sagt Arcandor-Aufsichtsrätin und Ver.di-Vize Margret Mönig-Raane. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Außer, dass ich dafür nun wirklich keinen Tortenarsch verleihen kann. Aber einen Würgereiz auszulösen, ist auch schon Belohnung genug.

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  1. Der Röder sagt:

    Ich bekenne …
    ich hab deinen Geburtstag vergessen! Das ist wohl einen Tortenarsch in der Kategorie treulose Tomate wert – so gerns mir leid tät. Ich versuchs wieder gut zu machen!
    LG, T.

    Aber: Auch noch kurz einen Kommentar zum Tortenarschartikel. Der Herr Eick, der Schlaumeier! Jetzt weiß eben jeder Karstadt-/Hertie-Mitarbeiter wofür er Lohnverzicht geübt hatte. OK, der ganze Konzern war so nicht zu retten, aber doch der Herr Eick! So langsam hat der wohl seine Altersversorgung in trockenen Tüchern – das ist doch auch mal ein Grund zur Freude!