Was hat man Karl Theodor von und zu nicht alles angedichtet: Polit-Star, Lichtgestalt, der künftige Kanzler, frischen Wind würde er in die Politik bringen, kompetent sei er, stilsicher und mit perfekten Umgangsformen…

Dazu dieses majestätische Auftreten, als er samt Frau in bester Adelstradition sein Söldner-Heer in Afghanistan besichtigte, wie frühere Könige ihre Heere vor der entscheidenden Schlacht. Es gab zwar keine wehenden Fahnen, aber dafür war Johannes B. Kerner dabei. Was will man mehr?

Zahllose Mütter putzten ihre Töchter heraus und die Monarchisten im Land sahen schon den kommenden König herannahen. Wahrscheinlich hätte selbst der Papst das 1. Gebot geändert in „Du sollst keine Götter neben mir haben, außer vielleicht Karl Theodor zu Guttenberg!“

Und jetzt? Der ehrenwerte Ritter mit der Selbsteinschätzung „Grundsatz meines Handels war und ist Prinzipienfestigkeit und Grundsatztreue“ und „Verantwortung bedeutet Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen“ (Eigenwerbung auf der Webseite http://www.zuguttenberg.de/) entpuppt sich als mieser kleiner Blender und Aufschneider.

Eigentlich war das schon klar, als der schöne Freiherr die große Bühne betrat. Als politisches Wunderkind wurde er bei seinem Amtsantritt als Bundeswirtschaftsminister gefeiert, weil er als geschäftsführender Gesellschafter des mittelständischen Guttenberg’schen Familienunternehmens Wirtschaftskompetenz pur mitgebracht haben sollte. Die gesamte Presse schrieb über den Baustoffgroßhändler von Guttenberg GmbH in Aschheim. Dabei war Karl Theodor nur bei der familieneigenen 3-köpfigen Vermögensverwaltungsgesellschaft beschäftigt. Vom Freiherr kein Kommentar und keine Klarstellung. Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen? Ja, nee, is klar.

Und nun der Doktortitel. Laut Berliner Zeitung (Ausgabe vom 22.2.11) schon 2007 und damit zu einer Zeit geführt, als von Guttenberg noch nicht promoviert hatte. Die Doktorarbeit selbst zu drei Viertel zusammengeklaut, getürkt und dann als eigenes Werk herausgegeben. Die Rechtfertigung? Sieben Jahre in mühevollster Kleinarbeit neben Beruf und Familie erarbeitet…

Wenn dem so war, kann man den Kerl nicht mal für simples Copy and Paste gebrauchen. Sogar ich hätte in der Zeit das gesamte Internet kopieren können.

Das bringt uns zu der Frage, welche berufliche Perspektive überhaupt noch für Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg besteht?

Der einzige Job, bei dem Adelstitel, Angeben, aalglattes Auftreten und gegelte Haare zu den benötigten Skills gehören, ist Heiratsschwindler. Und was soll ich sagen? Das passt, Herr von Guttenberg! Ans Werk!

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